Neu in unserem Immobilien-Blog Mallorca: Hausbesetzer Mallorca - Politik greift durch

Hausbesetzungen auf Mallorca – Entwarnung

Hausbesetzungen auf Mallorca – Entwarnung

Durch Fernsehberichte und Artikel in Zeitschriften und Tageszeitungen wurde in den letzten Wochen der Eindruck erzeugt, auf Mallorca würden massenhaft Ferienhäuser und Wohnungen ausländischer Eigentümer von „Diebes- und Zigeunerbanden“ besetzt, und die spanischen Behörden würde dies nicht interessieren, eine Räumung könne man nicht mit Hilfe der Polizei, sondern nur nach einem langwierigen Gerichtsverfahren bewirken. Was ist dran an diesen Berichten?

Richtig ist, dass das Thema Hausbesetzungen ab 2008 infolge der Wirtschaftskrise in ganz Spanien ein heiß diskutiertes Thema war. Es handelte sich meist um Besetzungen leerstehender Häuser oder Besetzungen von Häusern in Bankeneigentum. Meist handelte es sich um „offene“ Häuser, so dass zur Besetzung in der Regel kein Einbruch notwendig war. Derartige Besetzungen gab es auch vereinzelt auf Mallorca, und zwar im Stadtgebiet von Palma, nicht in Ferienurbanisationen. Der Fall des Hamburger Steuerberaters, dessen Ferienhaus von einer Roma-Familie aufgebrochen und besetzt wurde, war ein Einzelfall. Weitere Fälle der Besetzung von Ferienhäusern ausländischer Eigentümer sind auf Mallorca nicht bekannt.

Die Rechtslage war tatsächlich problematisch, da nach spanischem Recht die Polizei nur einschreitet, einschreiten darf, wenn der Einbruch und die Besetzung innerhalb von 48 Stunden angezeigt wird. Andernfalls muss die Polizei den Eigentümer auf den Rechtsweg verweisen, der tatsächlich Monate und mehr dauern kann. Das wollte der Hamburger Steuerberater verständlicherweise nicht abwarten und eroberte sein Haus mit Hilfe von kräftigen Freunden zurück, fand aber nur eine schwer beschädigte und verdreckte Hülle vor. Wie gesagt, ein Einzelfall von marginaler Bedeutung, wenngleich für den Betroffenen wahrscheinlich höchst dramatisch und traumatisch.

Inzwischen bieten sich spanienweit sog. Desokupas an, kräftige Jungs aus dem Boxermilieu, die dem genervten Eigentümer außerhalb des Rechtswegs den Besitz zurück verschaffen wollen. Die Polizei warnt vor eigenmächtiger Rückeroberung. Die betroffenen Eigentümer wenden ein, dass der Staat, wenn er das Eigentum seiner Bürger nicht schützen könne, sich nicht wundern müsse, wenn die Bürger zur Selbsthilfe greift.

Unser Tipp: Versehen Sie Ihre Mallorca-Immobilie mit einer Alarmanlage mit Aufschaltung. Dann sorgt die Polzei innerhalb der 48-Stunden-Frist dafür, dass die Hausbesetzer sich gar nicht erst einnisten, die Schlösser austauschen und das Haus plündern oder ruinieren können.

Wir können heute zu diesem Thema (für ganz Spanien – wie gesagt, Mallorca war nicht wirklich betroffen) eine kleine Entwarnung geben – Immobilien Mallorca werden wieder “sicher”: Am 24. April 2018 ist das fragliche Vollstreckungsgesetz geändert worden und ermöglicht dem betroffenen Eigentümer eine sog. Blitzräumung, die allerdings auch noch bis zu maximal 20 Tage dauern kann. Durchgesetzt wurde diese Gesetzesänderung von den konservativen und liberalen Parteien. Sämtliche Linksparteien (PSOE, Unidos Podemos und ERC) stimmten dagegen. Ihnen scheint die Solidarität mit den Hausbesetzern wichtiger zu sein als die Solidarität mit den geschädigten Hauseigentümern. Wenn man weiß, dass 85 % der Spanier in Wohnungseigentum leben, kann man nur hoffen, dass diese 85 % bei den nächsten Wahlen den Linksparteien zeigen, dass diese Politik nicht mehrheitsfähig ist.

4 Kommentare zu “Hausbesetzungen auf Mallorca – Entwarnung

  1. Ingrid Winkelmann schreibt:

    Auch wenn es sich bei der im Fernsehen dargestellten Hausbesetzung eines Ferienhauses nur um einen Einzelfall handelt – es ist ein Fall zu viel! Die Gesetzeskorrektur ist m.E. nicht ausreichend, das Eigentum der Hauseigentümer zu schützen. Auch in 20 Tagen kann ein Haus geplündert und zerstört werden. Sofortiges Eingreifen der Polizei und harte Strafen s- das ist die einzige Sprache, die Hausbesetzer verstehen. Dass die Linken sich einer Lösung verweigern, wundert mich nicht. Es hieß doch bei den Kommunisten schon immer “Was Dein ist, ist auch mein”.
    Ingrid Winkelmann

  2. Peter Langhaus schreibt:

    Es ist ein Hohn, wenn die Polizei, die selbst nicht ihren Job macht, davon abrät, starke Jungs mit der sofortigen Räumung zu beauftragen. Es ist schade, dass die Bürger selbst das Recht wiederherstellen müssen, weil der Staat versagt.
    Peter Langhaus

  3. Jens Jensen schreibt:

    Das in der spanischen Verfassung garantierte “Recht auf eine Wohnung” ist nicht das “Recht auf m e i n e Wohnung”. Da haben die Linken wohl was falsch verstanden! Ihr Jens Jensen, Bremen

  4. Petra Fürgart schreibt:

    Auch wenn der FOCUS – TV -Beitrag die Dinge dramatisiert hat, so hat er doch den Finger in eine Wunde gelegt. Dafür danke. Petra Fürgart

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