Bauen auf Mallorca – Antragsstau in Palma

Mallorca-Immobilien: 2.000 unbearbeitete Bauanträge stapeln sich in Palma

Das Thema

Viele Privatleute wollen kein „Haus von der Stange“ kaufen, sondern sich ihre Villa auf Mallorca selbst planen und bauen. Dazu braucht es einen guten Architekten und eine zuverlässige Baufirma. Aber auch eine gut organisierte Verwaltung, die einen Bauantrag zügig bearbeitet. Genau geht es gewerblichen Bauträgern und Investoren. Auch sie sind auf eine funktionierende Bauverwaltung angewiesen. Und da liegt auf Mallorca das Problem: Die Vereinigung der Bauträger Mallorcas PROIMBA hat sich soeben mit einem dramatischen Appell an die Öffentlichkeit gewandt und darauf hingewiesen, dass insbesondere in der Bauverwaltung der Großgemeinde Palma quasi ein Stillstand eingetreten ist. Allein vom vergangenen Jahr 2019 lägen noch 1.000 unbearbeitete Bauanträge auf den Tischen der Sachbearbeiter. Hinzu kämen weitere 1.000 unerledigte Bauanträge aus den Jahren 2017 und 2018. Mittlerweile müsse man mit knapp 2 Jahren Erledigungsdauer rechnen. Dies sei eine unhaltbare Situation, die dringend gelöst werden müsse.

Die Folgen

Die Zustände auf Mallorcas Bauämtern und insbesondere in der Bauverwaltung von Palma haben gesamtwirtschaftliche Folgen, die über die konkreten Probleme der betroffenen Antragsteller weit hinausgehen. Sie führen nämlich zu einer Erlahmung der Bauwirtschaft und damit zur Existenzgefährdung von Baubetrieben und Arbeitsplätzen. Hinzu kommt, dass potenzielle Investoren abgeschreckt werden, denn lange Bearbeitungszeiten in der Baubehörde schaffen Planungsunsicherheit und Kostenerhöhungen. Selbst wenn unter diesen Umständen neue Projekte angeschoben werden, schlagen sich die erhöhten Kosten auf die späteren Kaufpreise oder Mieten nieder. Gerade in einer Zeit, in der auf Mallorca etwa 5.000 neue Wohnungen nachgefragt werden und die Linksregierung sich angeblich bemüht, schnell neuen Wohnraum und günstige Mieten zu schaffen, sind die Zustände in den Bauämtern kontraproduktiv. Hinzu kommt, dass durch stockende Investitionen den Gemeinden weniger Einnahmen bei der Grunderwerbsteuer und den jährlich fällig werdenden Grundsteuern zufließen. Durch die zögerliche Bearbeitung gibt es weitere Mindereinnahmen bei den Gebühren für die Tätigkeit der Bauämter. Zwar haben die Baugebühren auf Mallorca nach den Tabellen eine Höchstquote in Europa – nur: wenn nicht gearbeitet wird, gibt`s auch keine Gebühren.

Die Lösung

Palmas zuständige Stadträtin Neus Truyol geht derzeit schönfärbend von einer durchschnittlichen Bearbeitungszeit von 15 Monaten aus und macht einen Personalmangel dafür verantwortlich. Sie verschweigt dabei, dass das Gesetz für die Erledigung einer Baugenehmigung eine Frist von drei Monaten vorsieht und der jetzige Zustand nicht neu ist, sondern schon einige Jahre andauert. Truyol weist allerdings darauf hin, dass die Abteilung für Raumplanung in Palmas Rathaus in diesem Jahr über 500.000 € höhere Haushaltsmittelverfügen und zusätzliches Personal einstellen könne. Zu wenig, sagen die Experten. Die zusätzlichen Mittel reichten bei weitem nicht aus, die Altbestände der nicht erledigten Anträge abzuarbeiten.

Weitere Infos erhalten Sie auf dieser Seite: Bauen auf Mallorca

Update vom 13.11.2020

Da sich seit Februar 2020 bei der verzögerlichen Bearbeitung von Bauanträgen kaum Besserungen ergeben hat, ist nun der Branchenverband ACB noch einmal direkt bei der Ministerpräsidentin vorstellig geworden und hat sich über den lizenzstau beschwert. ACB-Präsidentin Fanny Alba wies abermals darauf hin, dass die Bauwirtschaft der Motor sein kann und wird, der Mallorca aus der Krise ziehen kann. Wenn die Regierung und die Bauämter der Gemeinden ihre Arbeit nicht beschleunigten, stünden 25.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Sie wies weiter darauf hin, dass derzeit die durchschnittliche Bearbeitungsdauer eines Bauantrages eineinhalb Jahre benötige, während das Gesetz eine Erledigung innerhalb von drei Monaten vorschriebe.

1 Kommentar zu “Bauen auf Mallorca – Antragsstau in Palma

  1. Joachim Neuland schreibt:

    zum Update vom 13.11.2020

    Man sagt ja, Frauen seien stark im Multitasking. Das trifft für Ministerpräsidentin Armengol offenbar nicht zu. Der Kampf gegen Corona und Sicherstellung der Versorgung der Balearen-Bewohner sowie nächtliche Barbesuche außerhalb der selbstverordneten Sperrstunden zehren an den Kräften der Politikerin. Zeit für das übrige Tagesgeschäft oder gar Visionen bleibt nicht.
    Herzliche Grüße
    Joachim Neuland

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