Ein neues Steuersparmodell

Schenken mit „warmer Hand“ – Ein neues Steuersparmodell

Beim Schenken unter Lebenden mit gleichzeitigen Pflichtteilsverzicht zahlt man bis 700.000 € nur 1 % Steuern.

Will ein Nichtresidenter seine Spanien-Immobilie an seine Kinder vererben, gilt zur Zeit (!) bei einem Nachlasswert bis zu 700.000 € der Steuersatz 1 %. Da die spanische Regierung erklärtermaßen an einer Erhöhung der Erbschaftsteuersätze arbeitet, suchen viele Eigentümer nach Wegen, die Immobilie zu Lebzeiten an die Kinder zu übertragen. Zunächst denkt am an Schenkung oder Verkauf. Doch beide Übertragungsarten sind teuer: Bei der Schenkung fallen 7 % Schenkungsteuer an, bei Verkauf 8 – 11 % Grunderwerbsteuer. Und dazu kommt für den Übertragenden noch eine bittere Pille: Neben den bereits erwähnten Schenkung- oder Grunderwerbsteuern fällt auf der Seite des Übertragenden noch eine Gewinnsteuer in Höhe von 19 % auf die Differenz zwischen Anschaffungswert und Kosten und dem Übertragungswert an. Ein gutes Geschäft? Ja, für den Fiskus.

Findige Steuerberater haben nun eine Lücke entdeckt und empfehlen die Übertragung des Nachlasses in Form einer Vorerbschaft mit zukünftigem Pflichtteilsverzicht seitens der Kinder. Mit dieser Vertragsgestaltung fallen bei 700.000 € nur 1 % (bei mehreren Erblassern – Eltern – und mehreren Kindern multipliziert sich der Betrag entsprechend). Diese Schenkung unter Pflichtteilsverzicht mit einer Steuerlast von nur 1 % und ohne Anfall einer Gewinnsteuer auf Seiten des Verfügenden ist von der Steuerverwaltung in Madrid als zulässiges Modell anerkannt worden. Die Notare der Balearen sind mit diesem neuen Fragenkreis vertraut, ebenso die Grundbuchführer der Balearen. Diese Gestaltungsform findet verständlicherweise Beim Fiskus wenig Wohlgefallen, weshalb davon auszugehen ist, dass er versuchen wird, diese Lücke mit neuen Regelungen zu füllen, die ihm die weiteren Einnahmen aus der Gewinnsteuer bei Schenkungen oder Verkäufen im Eltern-Kind-Verhältnis sichern.

Betroffene sollten deshalb umgehend einen versierten Rechtsanwalt oder Steuerberater konsultieren.

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